{"id":59,"date":"2023-11-11T15:46:41","date_gmt":"2023-11-11T14:46:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/wordpress\/?p=59"},"modified":"2023-11-12T14:23:12","modified_gmt":"2023-11-12T13:23:12","slug":"kapitel-i-grundlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/?p=59","title":{"rendered":"Kapitel I Grundlagen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer waren die Druiden wirklich?<br>\u00dcber die Druiden ist nicht viel bekannt. Man wei\u00df zwar, dass sie als Priester, Gesetz\u00adgeber,<br>Heiler, Seher, Sternkundige und Barden die geistigen F\u00fchrer der Kelten waren,<br>doch gibt es nur sehr wenige Zeug\u00adnisse und \u00dcberlieferungen \u00fcber ihr Wir\u00adken.<br>Das Druidentum in seiner urspr\u00fcng\u00adlichen Form ist schon vor weit \u00fcber tausend<br>Jahren untergegangen und doch ranken sich viele Sagen um diese alten Weisen<br>und noch heute leben sie in der irischen Mytho\u00adlogie und Legende weiter.<br>Vieles unterschied sie von ihren Zeitge\u00adnossen, so dass die seltsamsten Theorien \u00fcber<br>ihre Herkunft aufgestellt wurden; unter anderem wurde spekuliert, sie seien au\u00dferirdischer<br>Herkunft oder k\u00e4men von dem versunkenen Kontinent Atlantis. Mit solchen Vermutungen sollten die<br>\u00fcberragenden Kenntnisse der Druiden erkl\u00e4rt werden.<br>Allerdings spricht wenig f\u00fcr derartig weit hergeholte Hypothesen,<br>die mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten k\u00f6nnen auch wenn viele der den<br>Druidenmeistern zugeschriebenen Kenntnisse und Eigen\u00adschaften solche Spekulationen und<br>Mystifi\u00adzierungen verst\u00e4ndlich machen.<br>Uns scheint viel wahrscheinlicher, dass sich Weisheit und Macht der Druiden auf einen in vielen<br>Generationen angeh\u00e4uften, \u00fcberlieferten Wissens- und Erfahrungs\u00adschatz,<br>subtile Selbstbeobachtungspraktiken und auch auf ihre Philosophie und ihr Wertesystem gr\u00fcndeten.<br>Das enorme Wis\u00adsen, \u00fcber welches die Druiden verf\u00fcgten, belegt deutlich, dass sie eine lange<br>Tradition der Forschung und Lehre gehabt haben m\u00fcssen. Dies wirft viele Fragen auf.<br>Woher kamen die Druiden, wer waren ihre Vor\u00adg\u00e4nger, wie wirkten sie und warum gingen sie,<br>wie viele andere Weise, im Strom der Geschichte unter?<br>Wir wollen versuchen, einige dieser Fra\u00adgen zu beantworten oder zumindest M\u00f6g\u00adlichkeiten zu ihrer<br>Beantwortung aufzuzei\u00adgen, die nach unserem heutigen Wissens\u00adstand hinreichend plausibel scheinen.<br>Welche Stellung hatten die Druiden bei ihrem Volk?<br>Die Druiden bildeten eine fest gef\u00fcgte und abgeschlossene Gruppe innerhalb der keltischen St\u00e4mme.<br>Sie hatten nahezu alle wichtigen Positionen inne, ohne jedoch als eigentliche F\u00fchrer in den<br>Vordergrund zu treten &#8211; die \u00e4u\u00dfere Macht \u00fcberlie\u00dfen sie anderen.<br>Doch auch jene wurden von den Druiden gelenkt und beeinflusst.<br>Dies ge\u00adschah teils offen in Beratungen, in denen die Druidenmeister ihr Ansehen wirken lie\u00dfen,<br>teils verdeckt in Form von Prophe\u00adzeiungen oder Orakeln, falls ihre Erkennt\u00adnisse den Normen oder<br>Bestrebungen der politischen F\u00fchrer widersprachen. Sie waren es also letztendlich,<br>die die Geschicke ihres Volkes lenkten. Man kann daher durchaus sagen,<br>dass die Druiden die Tr\u00e4ger der gesamten keltischen Kultur waren. Sie waren es,<br>die dem Volk geistige Substanz und Zusammenhalt gaben.<br>Mit dem Verschwinden der Druiden in den ersten Jahrhunderten der Christianisierung begann der<br>Verfall der urspr\u00fcnglichen keltischen Kultur, von der heute nur noch Fragmente erhalten sind.\u2028<br>Die Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr das hohe Ansehen, dessen sich die Druiden bei den keltischen St\u00e4mmen erfreuten,<br>waren ihre Weisheit und ihr au\u00dfergew\u00f6hnlich hohes Alter. Ihrem immensen Wissen und der Bereitschaft,<br>es zum Wohle der Menschen einzusetzen, verdanken die Druiden ihren Namen:<br>\u00bbDie Hochweisen\u00ab ist die Bedeutung des altirischen Wortes druid Sie waren umfassend gebildet und<br>strebten st\u00e4ndig nach weiterem Wissen und gr\u00f6\u00dferer Erkenntnis.<br>Daher waren sie in der Lage, auf die meisten Fragen mit fundierten Kenntnissen zu antworten,<br>so dass jeder F\u00fchrer sie als Berater sch\u00e4tzte und ihren Rat meist gerne annahm und versuchte,<br>sich auch weiterhin ihrer Hilfe zu versichern.\u2028Das hohe Lebensalter, das die Druiden erreichten,<br>spricht f\u00fcr die Vollkommenheit ihrer Gesundheitslehre.<br>Ihren Kenntnissen in der Heilkunst allein hatten sie ihr langes Leben allerdings kaum zu verdanken.<br>Sie waren ja die Heiler des ganzen Stammes. Es wurden aber nicht alle, die von den<br>Druiden behandelt wurden, so alt wie die Meister selbst. Vielmehr scheint es plausibel,<br>dass die Schule der k\u00f6rperlichen, geistigen und emotionalen Kontrolle das Wyda diesen<br>Unterschied bewirkte.\u2028Leider hinterlie\u00dfen die Druidenmeister keine schriftlichen Aufzeichnungen,<br>obwohl sie durchaus \u00fcber eine Schrift verf\u00fcgten.<br>Dies wird vor dem Hintergrund ihrer Philosophie verst\u00e4ndlich.<br>\u2028Die Druiden lehrten, dass der Mensch nichts Dauerhaftes hinterlassen solle;<br>sie sprachen gegen den Umlauf des Goldes, gegen Bildwerke und Bauten aus Steinen oder<br>Metall und eben auch gegen die dauerhafte Fixierung ihrer Lehre.\u2028Sie wollten nichts endg\u00fcltig festlegen,<br>um immer offen f\u00fcr neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu bleiben, denn sie waren sich bewusst,<br>dass die Menschen nur zu leicht dazu neigen, schriftlich fixierte Gedanken als heilig und<br>unantastbar und damit auch unver\u00e4nderlich zu betrachten -eine Einsicht, die auch heute uneingeschr\u00e4nkt gilt.<br>Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Lehre war jedoch gerade das immerw\u00e4hrende Weiterlernen,<br>das Entwickeln der Erkenntnis und das Wachstum der seelischgeistigen Kr\u00e4fte.<br>\u2028Ihr Widerwille gegen steinerne und unabsehbar lange haltbare Bauwerke gibt bereits einen<br>Hinweis auf die Naturverbundenheit der Druiden, die verhindern wollten, dass die Erde<br>aufgerissen und ihrer Sch\u00e4tze beraubt w\u00fcrde.<br>Diese Einstellung entsprang aber keineswegs einem naturreligi\u00f6sen Verst\u00e4ndnis,<br>sondern der ganz realen Erfahrung mit den Energien und energetischen Zusammenh\u00e4ngen in der Natur.<br>Da sie um das Eingebettet sein des Menschen in die nat\u00fcrlichen Kausalit\u00e4ten wussten,<br>war es f\u00fcr die Druiden offensichtlich, dass eine Verletzung und Ver\u00e4nderung ihrer<br>Umwelt auch eine geistige und emotionale Ver\u00e4nderung der menschlichen Natur bewirken w\u00fcrde.\u2028<br>Dennoch wurde lange vermutet, dass Stonehenge (Abbildung 1) und \u00e4hnliche Anlagen von den<br>Druiden erbaut worden sind. Tats\u00e4chlich bergen diese monumentalen Bauten, wie auch die Druiden,<br>viele Geheimnisse in sich. Bei der Untersuchung von Stonehenge zeigte sich beispielsweise,<br>dass diese Megalithen nach bestimmten astronomischen Ereignissen ausgerichtet sind.<br>Der so genannte heelstone in der Anlage von Stonehenge steht so, dass genau am 21. Juni jeden Jahres,<br>also zur Sommersonnwende, die Sonne \u00fcber ihm aufgeht. Noch weit erstaunlicher ist die Tatsache,<br>dass die Steine an exponierten Stellen des erdmagnetischen Feldes aufgestellt sind.<br>Die damaligen Baumeister verf\u00fcgten sicherlich nicht \u00fcber die heutigen Messger\u00e4te,\u2028welche zur<br>Bestimmung dieser Orte aus wissenschaftlicher Sicht n\u00f6tig w\u00e4ren.<br>Wie die damaligen Erbauer dies fertig brachten, wird vermutlich noch lange ein R\u00e4tsel bleiben,<br>denn selbst neuere Forschungsergebnisse f\u00fchren zu keiner befriedigenden Erkl\u00e4rung.\u2028<br>Es besteht also kein Zweifel dar\u00fcber, dass zum Bau dieses Monumentes gro\u00dfe<br>astronomische und geologische Kenntnisse n\u00f6tig waren. Die Druiden verf\u00fcgten wohl \u00fcber diese Kenntnisse und<br>es gilt als gesichert, dass sie ihre Kulthandlungen oft innerhalb dieser Steinkreise abhielten;<br>dennoch scheint es heute unwahrscheinlich, dass sie es waren, die Stonehenge erbauten.<br>Die Anlage ist noch wesentlich \u00e4lter. Sie wird heute in das Neolithikum (die Spate Jungsteinzeit) datiert,<br>ist also vier- bis f\u00fcnftausend Jahre alt. Die Druiden tauchten jedoch fr\u00fchestens tausend Jahre sp\u00e4ter auf.\u2028<br>Vielleicht wirft dies aber einiges Licht auf die Herkunft der Druiden und den Ursprung ihres Wissens.<br>M\u00f6glicherweise waren die Erbauer des Megalithenbauwerks die geistigen Urv\u00e4ter des Druidentums.<br>Wie sich die Entwicklung von den Erbauern der monumentalen Kultst\u00e4tten zu den Druidenmeistern vollzog,<br>l\u00e4sst sich nicht rekonstruieren, man kann aber annehmen, dass die Grundlagen f\u00fcr das Wissen der<br>Druiden \u00fcber Astronomie, Astrologie und Geomantie aus dieser Zeit stammen.\u2028<br>Im Laufe der Jahrhunderte verlagerte sich das Hauptinteresse der alten Weisen immer mehr<br>auf die h\u00f6heren Ebenen der belebten Natur, auf die Kr\u00e4fte des Lebens und des Geistes.<br>Als Folge davon trat die Schaffung gigantischer Kultst\u00e4tten zugunsten einer Entwicklung des<br>Individuums zur\u00fcck. Als Ergebnis dieser jahrhunderte langen Entwicklung kristallisierte sich<br>eine ausgefeilte Feinstoff- und Gesundheitslehre heraus &#8211; das Wyda.\u2028Unklar ist bis heute auch,<br>ob diese Entwicklung in esoterischen Bereichen nicht erst nach der Wanderung der indogermanischen<br>V\u00f6lkerst\u00e4mme einsetzte und ob die Lehre der Druiden durch ein indisches<br>System inspiriert wurde (welches sich zum sp\u00e4teren Yoga weiterentwickelte) oder<br>ob umgekehrt eine urspr\u00fcngliche Vorform des\u2028Wyda einen gewissen Einfluss auf die indische<br>Philosophie aus\u00fcbte.\u2028F\u00fcr die erstere Annahme sprechen unter anderem arch\u00e4ologische<br>Funde wie das so genannte Pashupati-Siegel aus der vor arischen Induskultur,<br>das einen Gott im Lotussitz zeigt.<br>Dieser Fund aus dem dritten Jahrtausend vor Christus &#8211; also lange vor der arischen<br>Einwanderung &#8211; ist ein stich haltiger Beweis daf\u00fcr, dass yoga\u00e4hnliche Praktiken in<br>Indien schon lange bekannt waren.\u2028Man k\u00f6nnte aber auch vermuten, dass Yoga und<br>Wyda eine wesentlich \u00e4ltere gemeinsame Wurzel haben. Als einigerma\u00dfen gesichert kann angenommen werden,<br>dass sich Yoga und Wyda beim ersten Kontakt miteinander gegenseitig befruchtet und beeinflusst haben;<br>anders waren die vielen Gemeinsamkeiten schwer zu verstehen.\u2028<br>Die Urspr\u00fcnge der Druidenkaste lagen wohl in einer primitiven Naturreligion,<br>deren Priester im Laufe der Zeit ein immer tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Naturgeschehen entwickelten.<br>Diese Priester bildeten eine feste Gemeinschaft innerhalb einer vorkeltischen Kultur.<br>Sie genossen in ihrer Gesellschaft ein hohes Ansehen und waren von den allt\u00e4glichen Sorgen,<br>wie Nahrungserwerb, befreit, so dass sie sich ganz der Erforschung der Natur und ihrer Geheimnisse widmen konnten.\u2028<br>So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass es immer mehr zu einer Verschmelzung der<br>Religion mit einer Art Naturwissenschaft kam und sich eine weitgehend mit der Natur im<br>Einklang stehende ganzheitliche Lehre entwickelte.<br>Die \u00e4u\u00dferen Rituale dieser Religion dienten nur noch dem Kontakt mit dem Volk,<br>w\u00e4hrend das eigentliche Wissen dieser Priestergemeinschaft vorbehalten blieb.<br>Diese Priester waren es wohl auch, die aufgrund ihres wissenschaftlichen Verst\u00e4ndnisses<br>in der Lage waren, so imposante Bauwerke wie Stonehenge zu errichten.<br>\u2028Mit dem weiteren Vordringen in die Geheimnisse der Natur offenbarten sich den<br>Eingeweihten in zunehmendem Ma\u00dfe die Zusammenh\u00e4nge im Universum.<br>Die Forschung wandte sich nunmehr den geistigen Kr\u00e4ften und den Energien der belebten Natur zu.\u2028<br>Aus den genialen Priester-Baumeistern, die sich immer mehr auf h\u00f6here Ebenen des Wissens konzentrierten,<br>wurden schlie\u00dflich im Laufe vieler Generationen die Druiden.<br>\u2028Mit der wachsenden Erkenntnis im Zeitalter der Druiden wuchs auch die<br>Diskrepanz zwischen dem Volk und den Eingeweihten, die nun immer tiefer in die Zusammenh\u00e4nge<br>zwischen Materie und Geist vordrangen. Dank ihrer Weisheit, ihrer Heilkunst und ihrer weit<br>\u00fcberdurchschnittlichen Lebenserwartung und Gesundheit wuchs ihr Ansehen bei den keltischen<br>St\u00e4mmen immer mehr, und die jungen M\u00e4nner des Volkes, auch jene aus reichen und vornehmen Familien,<br>dr\u00e4ngten sich darum, die Lehre der Druiden anzunehmen. Nur wenige jedoch wurden<br>aufgenommen &#8211; und selten bestand ein Sch\u00fcler die ganze Lehrzeit, die zwanzig bis drei\u00dfig<br>Jahre dauern konnte.\u2028Diese Lehrzeit erscheint uns selbst heute unglaublich lang; doch um wie<br>viel l\u00e4nger waren zwanzig Jahre damals, in einer Zeit, als die durchschnittliche Lebenserwartung<br>nur etwas \u00fcber drei\u00dfig Jahre betrug! Bedenkt man allerdings, dass ein Druide \u00fcber das gesamte<br>Wissen seiner Zeit verf\u00fcgte und es auch noch vermehren sollte, so wird die Dauer der<br>Ausbildung der Adepten verst\u00e4ndlich.<br>\u2028Die Druiden und ihre Sch\u00fcler lebten meist etwas abseits<br>der Siedlungen am Rande der W\u00e4lder.<br>Sie begn\u00fcgten sich mit dem Notwendigsten und entsagten allem \u00dcberfluss.<br>Auch um ihre Nahrung mussten sie sich nicht selbst k\u00fcmmern, da das Volk ihnen regelm\u00e4\u00dfig<br>Opfergaben darbrachte. Ihre Aufgaben innerhalb der Stammesgemeinschaft erf\u00fcllten sie teils als Heilkundige,<br>teils als Priester. Sie waren allgemein als Autorit\u00e4ten in allen Lebensbereichen angesehen<br>und jedes Mitglied des Stammes konnte die Druiden aufsuchen und um Rat bitten,<br>sei es in Familien Angelegenheiten, gesundheitlichen Belangen oder bei anderen Problemen.<br>Dabei war es \u00fcblich, eine kleine Opfergabe, die zum Beispiel aus Nahrungsmitteln bestehen konnte,<br>darzubringen. Einmal im Monat hielten die Druiden Konzil mit den Stammesh\u00e4uptlingen und<br>berieten sie in politischen und sozialen Angelegenheiten.\u2028Allj\u00e4hrlich (zur Sommersonnwende)<br>trafen sich die Druiden aus den verschiedensten Teilen des Landes &#8211; meist an ganz besonderen<br>Stellen wie etwa Stonehenge. Sie hielten dort Zeremonien ab, die Barden sangen ihre Lieder,<br>sie besprachen die Lage des Volkes und tauschten Erfahrungen und neue Erkenntnisse aus.<br>Diese Treffen waren stets wichtige Ereignisse im Leben der Meister. Auch die Sch\u00fcler,<br>die reif daf\u00fcr waren, erhielten hier ihre Weihe.\u2028Wenn die Druidenmeister auch keine Aufzeichnungen<br>hinterlie\u00dfen, so waren sie doch in gewissem Sinne auch Historiker.<br>Der unterste Grad des Druidentums war n\u00e4mlich der Stand der Barden, die wichtige Ereignisse,<br>aber auch neu gewonnene Erkenntnisse in Liedern zusammenfa\u00dften und ihnen so eine pr\u00e4gnante Form gaben,<br>die weitergegeben werden konnte.<br>Diese Art der \u00dcberlieferung ist ein gutes Beispiel f\u00fcr die ganzheitliche Denkweise der alten Meister,<br>die auf diese Art zwanglos die Weitergabe von Wissen und Kunst miteinander verkn\u00fcpften.\u2028<br>Die Sch\u00fcler der Druidengemeinschaft waren mit den anfallenden allt\u00e4glichen Pflichten betraut und<br>versorgten ihre Meister. Sie sorgten f\u00fcr saubere Kleidung,<br>bereiteten Nahrung zu und trafen die Vorbereitungen f\u00fcr die Riten.<br>Anfangs erhielten die neuen Sch\u00fcler keinen direkten Unterricht von ihren Meistern,<br>sondern mussten sich selbst um Verst\u00e4ndnis bem\u00fchen.<br>Erst wenn ein Adept sich durch sein Verhalten auszeichnete und sein Meister ihn f\u00fcr w\u00fcrdig befand,<br>wurde er in die Anf\u00e4nge der Philosophie eingewiesen.\u2028<br>Die Essenz der unterrichteten Philosophie wurde von den Barden in Triaden zusammengefa\u00dft,<br>die der Sch\u00fcler lernen musste, wobei besonders darauf geachtet wurde, dass sich die Bedeutung dieser<br>Lehrs\u00e4tze auch im t\u00e4glichen Leben manifestierte. Die Merks\u00e4tze dienten der pr\u00e4gnanten<br>Weitergabe der wichtigsten Merkmale der Lehre (und da keine schriftlichen Aufzeichnungen gemacht wurden,<br>mussten diese Triaden auswendig gelernt werden).<br>\u2028Stark ist die Eiche und Wasser und Stein:<br>so sei auch du!\u2028Die Sch\u00fcler lernten, dass der Mensch durch die Geburt von der Einheit mit der<br>Natur getrennt wird und damit in Abred, den Kreis der Notwendigkeit, eintritt. Dieser \u00bbKreis der<br>Notwendigkeit\u00ab stellte nach Auffassung der Druiden die Wurzel des Leides und des B\u00f6sen dar.<br>Ziel des Druidensch\u00fclers war es, diesen Kreis zu durchbrechen.<br>Es wurde seine eigentliche Aufgabe, durch eigene Bem\u00fchungen die Einheit mit der Natur\u2028wiederherzustellen,<br>um so mit der Befreiung des Selbst nach Gwemvyd, die \u00bbWei\u00dfe Welt\u00ab zu gelangen.\u2028Gwenioyd ist dabei nicht<br>mit dem christlichen Paradies gleichzusetzen. Es ist vielmehr die Umschreibung eines durchaus irdischen<br>Gl\u00fcckszustandes, durch den wahre Selbstverwirklichung erreicht wird.<br>Durch die Befreiung des eigenen Selbst soll wiederum der Weg zur Befreiung anderer Wesen erm\u00f6glicht werden.<br>Das letzte Ziel ist das universale Durchbrechen von Abred und damit die Wiederherstellung der<br>Harmonie aller Lebewesen mit dem Universum.\u2028Die Druiden glaubten wohl bis zu einem gewissen<br>Grad an Reinkarnation, aber ein gr\u00f6\u00dferer Einfluss dieses Glaubens auf ihre Lehre ist nicht erkennbar.<br>Es war f\u00fcr sie selbstverst\u00e4ndlich, dass sie keinem Lebewesen &#8211; oder auch nur der unbelebten Natur Schaden<br>zuf\u00fcgten, so dass sich ein besonderes Dogma damit er\u00fcbrigte.\u2028Es gab mehrere Stufen, in denen die Sch\u00fcler<br>lernten, ihr Selbst zu erkennen, zu beherrschen und schlie\u00dflich zu befreien. Diesen Stufen &#8211; Erkenntnis,<br>Kontrolle und Befreiung &#8211; waren bestimmte \u00dcbungen und Lehren zugeordnet.\u2028<br>Am Anfang stand die Selbsterkenntnis.<br>Der Adept sollte sich sowohl seines Geistes als auch seines physischen K\u00f6rpers und der<br>emotionalen Vorg\u00e4nge vollkommen bewusst werden. Diese Bewusstheit sollte mit geeigneten<br>\u00dcbungen (die den Schwerpunkt dieses Buches bilden] und dem Erlernen und Verstehen der<br>grundlegenden Triaden erreicht werden.\u2028Erst wenn ein Sch\u00fcler diese erste Stufe des<br>Wyda gemeistert hatte &#8211; dies dauerte in der Regel zehn bis zwanzig Jahre -, war er reif,<br>in den Stand der Druiden aufgenommen zu werden und die Weihe zu erhalten.<br>Damit war die Lehre jedoch keineswegs abgeschlossen. Es dauerte mindestens weitere zehn Jahre,<br>bis auch die Stufe der Kontrolle durchlaufen war und der nun voll ausgebildete Druide sein ganzes<br>weiteres Leben danach trachtete, die Stufe der Befreiung zu erlangen.\u2028Lange Zeit hatten die Druiden<br>trotz dieser unglaublich ausgedehnten Lehrzeit und ihres entbehrungsreichen Lebens genug Sch\u00fcler gehabt,<br>um als Gruppe weiterzubestehen. Ihr Ansehen und die Werte, f\u00fcr die die Meister standen,<br>hatten stets die begabtesten jungen M\u00e4nner angezogen.<br>Doch mit dem Vordringen der<br>R\u00f6mer und sp\u00e4ter auch des Christentums wandelten sich die Werte und Vorstellungen des Volkes.<br>An Stelle der erd- und naturverbundenen Philosophie des Wyda trat nun ein jenseitsbezogener Glaube.<br>Das Zeitalter der \u00bbKinder der Eichen\u00ab ging zu Ende.\u2028<br>Die Druidenmeister waren trotz ihrer<br>Weisheit und ihrer erstaunlichen F\u00e4higkeiten keine \u00dcbermenschen. Sie waren vielmehr wissbegierige,<br>offene und tolerante Wesen, die sich bem\u00fchten, ihre Umwelt in t\u00e4glich neuem Licht und Glanz zu<br>sehen\u2028und zu verstehen. Sie waren Forscher, Psychologen, Mediziner und Philosophen, die sich<br>stets ihrer Herkunft aus der Natur bewusst waren und erkannten, dass jedes Ziel nur im Einklang<br>mit dieser Natur erreicht werden kann. Sie standen in einer langen Tradition einer uralten<br>Wissenschaft und waren so in der Lage, ihr Leben auf ein festes Fundament zu gr\u00fcnden.<br>Diesen Vorteil haben die heutigen Erkenntnissuchenden nicht mehr.<br>Doch gerade heute, in einer Zeit der Schnelllebigkeit und der Umweltzerst\u00f6rung,<br>gewinnen die Werte der Druiden wieder immer mehr an Bedeutung. Wir alle m\u00fcssen wieder lernen,<br>unserer Umwelt &#8211; das schlie\u00dft auch unsere Mitmenschen und uns selbst ein &#8211; mehr an wahrhaftiger<br>Aufmerksamkeit zu schenken.\u2028Die Zeit der Druidenmeister ist unwiederbringlich im Strom der Geschichte<br>untergegangen, und es ist zwecklos zu versuchen, die vergangenen Epochen wieder aus ihrem Grab zu erwecken.<br>Aber es steht in unserer Macht, ein neues Zeitalter zu beginnen, indem wir die alten Wegweiser unserer<br>Vorfahren als Hilfe nehmen auf unseren eigenen, neuen Wegen.<br>einmal im Traum daran, unsere Erkenntnisse jemals zu ver\u00f6ffentlichen!\u2028<br>Die \u00fcberaus positive Reaktion eines Freundes auf unsere Erfahrungen best\u00e4rkte uns darin,<br>nach Irland zur\u00fcckzukehren, um unsere Forschungen weiter zutreiben. Um besseren Kontakt mit der<br>Bev\u00f6lkerung zu bekommen, lernten wir G\u00e4lisch, die alte irische Sprache.<br>\u2028Als wir wieder nach Irland kamen, hatten wir vor, durch das ganze Land zu reisen,<br>um nach weiteren Erkenntnissen und Hinweisen auf die alte Druidenlehre zu suchen.<br>Leider stie\u00dfen wir dabei nur ein paar Mal auf Familien, in denen Wyda praktiziert wurde und<br>nur wenige dieser Familien waren bereit, uns bei unseren Forschungen weiterzuhelfen.<br>\u2028Allerdings waren auch diejenigen, die uns nichts Genaues berichten wollten denn \u00fcberall stie\u00dfen wir auf<br>die jahrhundertealte Tradition der Geheimhaltung -, sehr freundlich und in vieler Hinsicht hilfsbereit.<br>So erfuhren wir, dass in diesen Familien alle Familienmitglieder, so lange man denken konnte,<br>sehr alt wurden. Auch Krankheiten traten bei ihnen seltener als gew\u00f6hnlich auf und Epidemien waren<br>oft spurlos an ihnen vorbeigegangen. Wir konnten nur den Schluss ziehen,<br>dass diese Besonderheiten dem Wyda zu verdanken sein mussten.\u2028Das hohe Alter und die robuste<br>Gesundheit dieser Menschen waren jedoch nur die \u00e4u\u00dferen Anzeichen, die die Aus\u00fcbung der<br>Druidenlehre mit sich brachte. Uns fiel besonders die au\u00dfergew\u00f6hnliche Ausstrahlung,<br>Ruhe und W\u00e4rme der Menschen auf,\u2028die uns deutlich machten,<br>wie umfassend die Wirkungen des Wyda sein k\u00f6nnen.<br>Einige Monate reisten wir so durch das Land, von Hinweis zu Hinweis und<br>langsam aber stetig nahm unsere Vorstellung von der Lehre Form an.<br>Schlie\u00dflich besa\u00dfen wir zahlreiche Aufzeichnungen von \u00dcbungen und \u00dcbersetzungen alter Schriften,<br>doch es fehlte eine umfassende Zusammenschau des gesammelten Materials.<br>Deshalb zogen wir uns f\u00fcr einige Monate in die Einsamkeit eines alten Bauernhofes in der N\u00e4he von Loch Lein,<br>einem idyllischen See im S\u00fcden Irlands, zur\u00fcck, um die alte Lehre der Druiden, das Wyda,<br>so weit wie m\u00f6glich zu rekonstruieren.<br>Das vorliegende Buch stellt Ihnen nun einen gro\u00dfen Teil unseres<br>Wissens \u00fcber die alte Lehre in kurzer Form vor. Da dies das erste Buch \u00fcber das Wyda der Druiden ist,<br>d\u00fcrfen wir beim Leser auch keine Erfahrungen voraussetzen. Dadurch und durch unsere<br>Beobachtung der besonderen Wirkung des Wyda auf die geistige und k\u00f6rperliche Gesundheit<br>ergibt sich die Betonung auf das \u00dcbungssystem, w\u00e4hrend die Philosophie und die h\u00f6heren Praktiken<br>weniger Eingang gefunden haben. Diese h\u00f6heren Stufen des Wyda sind erst nach langer Vorbereitungszeit<br>oder gro\u00dfer Erfahrung und nur unter kundiger F\u00fchrung gefahrlos zu bew\u00e4ltigen!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-fill\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-align-center wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.silbermuschel.de\/?p=54\">Einf\u00fchrung<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.silbermuschel.de\/?p=69\">\u00dcbungen<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.silbermuschel.de\/?p=61\">Teil II<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.silbermuschel.de\/?p=63\">Teil III<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.silbermuschel.de\/?p=65\">Teil IV<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.silbermuschel.de\/?p=67\">Teil V <\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer waren die Druiden wirklich?\u00dcber die Druiden ist nicht viel bekannt. Man wei\u00df zwar, dass sie als Priester, Gesetz\u00adgeber,Heiler, Seher, Sternkundige und Barden die geistigen F\u00fchrer der Kelten waren,doch gibt es nur sehr wenige Zeug\u00adnisse und \u00dcberlieferungen \u00fcber ihr Wir\u00adken.Das Druidentum in seiner urspr\u00fcng\u00adlichen Form ist schon vor weit \u00fcber tausendJahren untergegangen und doch ranken &hellip; <a href=\"https:\/\/www.silbermuschel.de\/?p=59\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kapitel I Grundlagen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-59","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=59"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":418,"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59\/revisions\/418"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=59"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=59"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.silbermuschel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=59"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}